Wirbelsäule

Was ist die Wirbelsäule?

Die Wirbelsäule ist die zentrale Achse des Körpers bzw. des Knochenskeletts. Nach oben ist sie mit dem Kopf verbunden und nach unten – über das Iliosakralgelenk – mit dem Becken; außerdem mit dem Brustkorb, den Schultern und den Armen.

Obwohl die Wirbelsäule aus Knochen besteht ist sie als Gesamtes sehr beweglich, denn ihre 24 Wirbelelemente sind über elastische Bandscheiben und Bänder verbunden. Dieser flexible Teil der Wirbelsäule wird in drei Abschnitte eingeteilt: Halswirbelsäule (HWS), Brustwirbelsäule und . Der kleiner Teil am unteren Ende der Wirbelsäule  fortschreitendem Alter zu Kreuzbein und Steißbein steif verwachsen.

Die Form der Wirbelsäule entspricht aus seitlicher Perspektive einem geschwungenem doppelten S: Im Bereich von HWS und LWS ist sie nach vorne gekrümmt (Lordosen); die Brustwirbelsäule gleicht dies mit einer Krümmung nach hinten aus (Kyphose), damit der Schwerpunkt des Körpers ausbalanciert und aufrechte Körperhaltung leicht möglich ist. Von vorne und hinten betrachtet verläuft die Wirbelsäule gerade.

 

Welche Funktionen hat die Wirbelsäule?

Die Wirbelsäule übernimmt zwei entscheidende Aufgaben im menschlichen Körper:

1.) Stabilität und Mobilität: Die Wirbelsäule stabilisiert den Oberkörper, sie sorgt für eine aufrechte Haltung des Körpers, sie ermöglicht dessen Beweglichkeit und gleicht durch ihre Federwirkung Belastungen schonend aus.

2.) Schutz des Rückenmarks: Die Wirbelsäule bildet mit ihren Wirbeln, Bandscheiben und Bändern den sogenannten Spinalkanal, durch den das Rückenmark und dort austretende Nervenenden verlaufen.

 

Beschwerden mit der Wirbelsäule und ihre Ursachen

Die Funktionen der Wirbelsäule werden u.U. durch angeborene oder im Laufe des Lebens entstehende Krankheiten oder Schädigungen beeinträchtigt. Ist die Wirbelsäule erst einmal in Mitleidenschaft gezogen, kommt es fast immer zu reduzierter Beweglichkeit in Verbindung mit Rückenschmerzen – im schlimmsten Fall wird das Rückenmark beschädigt mit Querschnittlähmung als Folge.

Die häufigsten Erkrankungen und Beschwerden der Wirbelsäule sowie ihre Ursachen:

  • Angeborene Fehlbildungen: Offener Rücken, anormale Wirbelanzahl, Morbus Scheuermann
  • Wachstumsstörungen, zum Beispiel Morbus Bechterew, Skoliose (Wirbelsäulenverkrümmung) oder Wirbelsäulen-Geschwülste
  • Degenerative Beschädigungen: Verschleiß / Abnutzungserscheinungen; führen häufig Bandscheibenvorfall oder Wirbelgleiten
  • Verletzungen, Frakturen, Muskelverspannungen, Fehlbelastungen, Schleudertrauma; psychische Ursachen; führen oft HWS– / LWS-Syndrom oder Zervikalsyndrom

 

Tipps für eine gesunde Wirbelsäule

Die Wirbelsäule ist eines der wichtigsten Elemente des menschlichen Körpers und sollte stets uneingeschränkt funktionsfähig sein. Dazu sind bestimmte Maßnahmen potentiell hilfreich, auch wenn die Wirbelsäule bereits beeinträchtigt sein sollte:

  • Muskulaturaufbau: Regelmäßige Bewegung und (rückenschonende) Sportarten wie Schwimmen, Laufen oder Radfahren hilft Muskulatur aufzubauen, die Skelett und Wirbelsäule entlastet. Außerdem werden Durchblutung und Stoffwechsel von Gewebe und Bandscheiben gefördert.
  • Richtige Belastung lernen: Gewichtslasten bei möglichst geradem Rücken gleichmäßig und nah am Körper verteilen. Beim Heben schwerer Lasten in die Hocke gehen. Beim Aufstehen oder Hinlegen Becken und Rücken möglichst gerade halten. Überbelastung und Übergewicht vermeiden.
  • Richtig gehen: Schonendes Schuhwerk auf harten Böden sowie Barfussschuhe auf weicheren Böden können mechanische Beschädigungen der Wirbelsäule verhindern.
  • Richtig sitzen: Geeigneten Stuhl oder Sitzauflage nutzen. Sitzhöhe so einstellen dass die Oberschenkel leicht nach unten abfallen, komplette Sitzfläche nutzen, Schultern nach hinten, Hohlkreuz vermeiden. Sitzposition mindestens stündlich ändern, kurz aufstehen und Wirbelsäule bewegen.
  • Richtig schlafen: Wirbelsäule und Bandscheiben müssen in der nächtlichen Ruhephase regenerieren können. Fachleute empfehlen ergonomisch-orthopädische Luft-Schlafsysteme.