Iliosakralgelenk – ISG-Blockade

Was ist das Iliosakralgelenk?

Das Iliosakralgelenk (kurz: ISG) ist die Verbindung zwischen der Wirbelsäule und dem Becken.

Genau genommen gibt es zwei Iliosakralgelenke – ein linkes und ein rechtes – die jeweils ein Darmbein (lateinisch: Ilium, links und rechts) mit dem mittig am unteren Ende der Wirbelsäule liegenden Kreuzbein (lat.: Sacrum) verbinden. Darum wird das Iliosakralgelenk auch Kreuzbein-Darmbein-Gelenk genannt.

Beckenbereich mit gesunden Iliosakralgelenken

Welche Funktionen hat das Iliosakralgelenk?

  • Bewegungsfunktion: Das Iliosakalgelenk verbindet Oberkörper und Beine und sorgt für die Beweglichkeit des Körpers.
  • Stabilitätsfunktion: Als zentrales Gelenk zwischen Ober- und Unterkörper spielt das ISG im wahrsten Sinne des Wortes eine tragende Rolle für die Stabilität des Körpers sowie für die aufrechte Haltung des Menschen.
  • Schutzfunktion: Alle Kräfte zwischen dem Oberkörper und den Beinen – zum Beispiel die Stoßkräfte beim Gehen oder die Hebelkräfte beim Aufheben von Lasten – fließen durch die Iliosakralgelenke. Dabei fungieren die Iliosakralgelenke quasi als Stoßdämpfer bzw. als Puffer, damit vor allem die sensible Wirbelsäule entlastet und geschützt wird. In dieser zentralen Funktion ist das Iliosakalgelenk großen Belastungen ausgesetzt. Um diese auszuhalten und nicht einfach nach vorne, hinten oder zur Seite wegzuknicken, werden die Iliosakralgelenke von einem sehr straffen Apparat aus Bändern und Muskeln stabilisiert. Das schränkt wiederum die Beweglichkeit des Iliosakralgelenkes ein

 

ISG-Blockade

Beschwerden im Zusammenhang mit dem Iliosakralgelenk werden häufig als ISG-Blockade oder ISG-Syndrom bezeichnet. Ein weiteres Krankheitsbild im Zusammenhang mit dem Iliosakralgelenk ist die ISG-Arthrose.

Was ist eine ISG-Blockade?

Die Funktion des Iliosakralgelenkes ist, wie oben beschrieben, die Beweglichkeit der Körpermitte herzustellen und die Stabilität und aufrechte Haltung des Körpers zu unterstützen.
Ist diese Funktionalität gestört, spricht man von einer ISG-Blockade (auch ISG-Syndrom genannt). Bei einer ISG-Blockade sind die Gelenkflächen des ISG mechanisch derart beeinträchtigt, zum Beispiel unnatürlich verschoben oder verkantet, dass sie nicht richtig zueinander stehen (gesunder Zustand: vgl. Abbildung). Dann ist das ISG in seinem Gelenkspiel blockiert und in seiner Mobilität eingeschränkt.

Die ISG -Blockade ist fast immer mit heftigen, tief liegenden Schmerzen im unteren Rücken verbunden und kann daher leicht mit einem Bandscheibenvorfall an der Lendenwirbelsäule (LWS) verwechselt werden. Eine verlässliche Diagnostik, zum Beispiel durch Kernspin, ist hier also besonders wichtig um das Problem zielgerichtet angehen zu können.

Ursachen einer ISG-Blockade

Obwohl das ISG von einem sehr festen Halteapparat aus Muskeln, Bändern und Faszien stabilisiert wird, kann es durch verschiedene äußere oder innere Einflüsse verschoben und blockiert werden. Auch wenn Muskeln und Faszien verspannen, kann es im Bereich des ISG zu Schmerzen kommen. Mögliche Auslöser einer ISG-Blockade sind:

  • Überlastung, Fehlbelastung, Fehlhaltung, Krafteinwirkung auf das ISG durch Aktivitäten im Alltag: sehr häufig durch zu langes Sitzen, durch Unfall, Sturz, Fehltritt, Überheben, abruptes Stoppen, Übergewicht, sportliche Aktivitäten
  • Erkrankungen, zum Beispiel Arthrose, Morbus Bechterew, Knochenbruch, Infektionen

 

Symptome einer ISG-Blockade

Schmerzen: Eine ISG-Blockade kann Schmerzen an unterschiedlichen Körperstellen und in unterschiedlicher Intensität verursachen. Typisch sind

  • einseitige Rückenschmerzen im unteren Rücken oberhalb des Gesäßes
  • Schmerzen im Becken- oder Leistenbereich,
  • die manchmal über den Oberschenkel bis ins Knie ausstrahlen

Bewegungseinschränkungen: Die Schmerzen gehen damit einher, dass man sich nicht richtig bewegen kann. Problematisch ist es zum Beispiel den Oberkörper zu beugen, die Hüfte zu drehen oder die Beine anzuziehen.

 

Behandlung der ISG-Blockade

Hauptziele der Therapiemaßnahmen sind Schmerzfreiheit und Wiederherstellung der Mobilität.

In der Regel gilt: je frühzeitiger die Behandlungsmaßnahmen durchgeführt werden desto besser der Genesungsverlauf. Mögliche Behandlungsmaßnahmen, je nach Diagnose, sind:

 

Prävention einer ISG-Blockade

Schon mit einfachen Maßnahmen im Alltag kann man einer ISG-Blockade vorbeugen.

  • Bewegungstraining: Starke Muskulatur entlastet Knochen und Gelenke. Zwecks Muskelaufbau ist schonender Bewegungssport wie Laufen, Schwimmen oder Radfahren ratsam. Dazu gehören Dehnungsübungen, die die Mobilität unterstützen.
  • Matratze / Schlafsystem: Ein ergonomisch-orthopädisches Schlafsystem sorgt für entlastende, schonende und erholsame Lagerung von Körper, Muskulatur und Gelenken.
  • Fußbekleidung: Hochwertige Schuhe können den gesamten Bewegungsapparat und die Gelenke entlasten.
  • Sitzmöbel: Falsches Sitzen ist Gift für die Gelenke. Dynamisches Sitzen sowie ergonomische Sitzhilfen entlasten den Bewegungsapparat.