Morbus Bechterew

Was ist Morbus Bechterew?

Morbus Bechterew (genannt auch: Spondylitis ankylosans / versteifende Wirbelentzündung) ist eine chronische entzündlich-rheumatische Erkrankung der Knochen und Gelenke, vor allem der Wirbelsäule und häufig auch der Iliosakralgelenke.

Die Entzündungen können zur Verknöcherung der Gelenke bis hin zur vollständigen Versteifung der Wirbelsäule führen. Eine dadurch nach vorne gebeugte Körperhaltung (Kyphose) bzw. ein „Buckel“ ist ein charakteristisches Krankheitsbild bei Morbus Bechterew.

Die Erkrankung, unter der ca. 0,5 % der deutschen Bevölkerung leiden, beginnt meist im Alter zwischen 15 und 40 Jahren, wovon Männer und Frauen etwa gleich häufig betroffen sind.

 

Welche Symptome hat Morbus Bechterew?

Typische Morbus-Bechterew-Symptome sind:

  • Rückenschmerzen entlang der Wirbelsäule über den unteren Rücken bis in den Beckenbereich, die vor allem bei längerem Liegen zunehmen und sich bei Bewegung wieder etwas bessern.
  • Gesäßschmerzen, meist wechselnd zwischen linker und rechter Beckenseite
  • Mobilitätsverlust: Bewegungen die mit der Wirbelsäule zusammen hängen fallen zunehmend schwerer
  • Unnatürliche Körperhaltung bei lang andauernder Erkrankung, häufig Kyphose / Rundrücken

Im Krankheitsverlauf wechseln sich oft wochenlange Schübe mit beschwerdefreieren Phasen ab.

 

Ursachen von Morbus Bechterew

Die genauen Ursachen von Morbus Bechterew sind wissenschaftlich noch nicht bewiesen; ebenso herrscht Unklarheit darüber, ob die Krankheit erblich ist.

Es besteht allerdings ein Konsens bezüglich der Veranlagungen und Voraussetzungen, die die Erkrankung an Morbus Bechterew begünstigen.

  • 90% aller Erkrankten weisen eine spezielle genetische Veranlagung in Form des Proteins HLA-B27 auf.
  • Die eigentliche Erkrankung wird vermutlich dadurch ausgelöst, dass Abwehrzellen sich gegen körpereigenes Gewebe richten und eine Infektion auslösen.

Letztlich scheint Morbus Bechterew also durch eine Fehlfunktion des Immunsystems zu entstehen.

 

Therapie von Morbus Bechterew

Da Morbus Bechterew zum heutigen Stand der Wissenschaft nicht heilbar ist, zielt eine Behandlung darauf ab, die Symptome zu lindern und den Krankheitsfortschritt zu verhindern.

Eine Therapie durch den behandelnden Arzt ist fast immer individuell auf den Patienten zugeschnitten und umfasst im allgemeinen folgende Maßnahmen:

  • Medikamentöse Therapie: Ziel ist das Eindämmen der Entzündung sowie der Schmerzen
  • Operationen an Wirbelsäule, Hüfte oder Becken erfolgen eher selten. Ziel ist u.a. die Wiederherstellung der aufrechten Körperhaltung
  • Physiotherapie zur Wiederherstellung der Beweglichkeit
  • Umstellung des Lebensstils – siehe unten

 

Tipps für einen erträglicheren Alltag mit Morbus Bechterew

 Patienten können die medizinischen Therapiemaßnahmen effektiv ergänzen, indem man jede Phase des Alltags umstellt und auf die Krankheit ausrichtet.

  • Sportliche Aktivitäten und Bewegung können die Beweglichkeit der Wirbelsäule und der Gelenke fördern. Potentiell hilfreiche Sportarten sind Schwimmen, Wassergymnastik, Walking und Radfahren.
  • Ergonomische Körperbelastung: Ergonomisch gesunde Körperhaltung angewöhnen, Fehl- und Überbelastung vermeiden
  • Ergonomisch-orthopädische Schlafsysteme sorgen für die gesunde Lagerung der Wirbelsäule und für deren Regeneration. Zu empfehlen ist ein speziell für Erkrankungen des Bewegungsapparates entwickeltes Luft-Schlafsystem.
  • Ergonomisch-orthopädische Sitzmöbel und Sitzhilfen sorgen für eine aufrechte Körperhaltung und für dynamisches Sitzen in Bewegung
  • Rauchen und Tabakkonsum vermeiden