Morbus Bechterew (ankylosierende Spondylitis)

Tipps für einen erträglicheren Alltag mit Morbus Bechterew

Morbus Bechterew ist zum heutigen Stand der Wissenschaft nicht heilbar. Man kann sich jedoch mit einigen einfachen Maßnahmen auf die Krankheit einstellen,  um die Schmerzen und Beeinträchtigungen im Alltag weitestgehend zu minimieren:

  • Rauchen / Tabakkonsum vermeiden
  • Sportliche Aktivitäten und Bewegung können die Beweglichkeit der Wirbelsäule und der Gelenke fördern. Auch wenn es schwer fällt: Probieren Sie aus, ob Sportarten wie Schwimmen, Wassergymnastik, Walking und Radfahren Ihnen gut tun. Man muss beweglich bleiben!
  • Ergonomische Körperbelastung: Ergonomisch gesunde Körperhaltung angewöhnen, Fehl- und Überbelastung vermeiden
  • Ergonomisch-orthopädische Sitzmöbel und Sitzhilfen sorgen für eine aufrechte Körperhaltung und für dynamisches Sitzen in Bewegung
  • Ergonomisch-orthopädische Schlafsysteme sorgen für eine gesunde, druckentlastete Lagerung der Wirbelsäule und für deren Regeneration. Zu empfehlen ist ein speziell für den Bewegungsapparat entwickeltes Luft-Schlafsystem. Grundsätzlich ist eine hochwertige Matratze bei allen Erkrankungen zu empfehlen, da heilungsfördernde Wachstumshormone hauptsächlich im Tiefschlaf gebildet werden. "Gesunder Schlaf ist die beste Medizin", wußte bereits die Großmutter.

Matratze-bei-Bandscheibenvorfall

Ergonomisch-orthopädisch ideale Körperlagerung bei Morbus Bechterew
am Beispiel des weltweit einzigartigen ERGOFITair Luft-Schlafsystems

 

Therapie von Morbus Bechterew

Eine Behandlung zielt darauf ab, die Symptome zu lindern und den Krankheitsfortschritt zu verhindern. Die Therapie ist fast immer individuell auf den Patienten zugeschnitten und umfasst im allgemeinen folgende Maßnahmen:

  • Medikamentöse Therapie: Ziel ist das Eindämmen der Entzündung sowie der Schmerzen
  • Operationen an Wirbelsäule, Hüfte oder Becken erfolgen eher selten. Ziel ist u.a. die Wiederherstellung der aufrechten Körperhaltung
  • Physiotherapie zur Wiederherstellung der Beweglichkeit
  • Umstellung des Lebensstils – siehe unten

Was ist Morbus Bechterew überhaupt?

Morbus Bechterew (genannt auch: ankylosierende Spondylitis / versteifende Wirbelentzündung) ist eine chronische entzündlich-rheumatische Erkrankung der Knochen und Gelenke, vor allem der Wirbelsäule und häufig auch der Iliosakralgelenke.

Die Entzündungen können zur Verknöcherung der Gelenke bis hin zur vollständigen Versteifung der Wirbelsäule führen. Eine dadurch nach vorne gebeugte Körperhaltung (Kyphose) bzw. ein „Buckel“ ist ein charakteristisches Krankheitsbild bei Morbus Bechterew.

Die Erkrankung, unter der ca. 0,5 % der deutschen Bevölkerung leiden, beginnt meist im Alter zwischen 15 und 40 Jahren, wovon Männer und Frauen etwa gleich häufig betroffen sind.

Morbus Bechterew

Links: gesunde Wirbelsäule mit normalen Wirbeln
Rechts: Morbus Bechterew mit versteiften Wirbeln

Welche Symptome hat Morbus Bechterew?

Typische Morbus-Bechterew-Symptome sind:

  • Rückenschmerzen entlang der Wirbelsäule über den unteren Rücken bis in den Beckenbereich, die vor allem bei längerem Liegen zunehmen und sich bei Bewegung wieder etwas bessern.
  • Gesäßschmerzen, meist wechselnd zwischen linker und rechter Beckenseite
  • Mobilitätsverlust: Bewegungen die mit der Wirbelsäule zusammen hängen fallen zunehmend schwerer
  • Unnatürliche Körperhaltung bei lang andauernder Erkrankung, häufig Kyphose / Rundrücken

 

Im Krankheitsverlauf wechseln sich oft wochenlange Schübe mit beschwerdefreieren Phasen ab.

 

Ursachen von Morbus Bechterew

Die genauen Ursachen von Morbus Bechterew sind wissenschaftlich noch nicht bewiesen; ebenso herrscht Unklarheit darüber, ob die Krankheit erblich ist.

Es besteht allerdings ein Konsens bezüglich der Veranlagungen und Voraussetzungen, die die Erkrankung an Morbus Bechterew begünstigen.

  • 90% aller Erkrankten weisen eine spezielle genetische Veranlagung in Form des Proteins HLA-B27 auf.
  • Die eigentliche Erkrankung wird vermutlich dadurch ausgelöst, dass Abwehrzellen sich gegen körpereigenes Gewebe richten und eine Infektion auslösen.

 

Letztlich scheint Morbus Bechterew also durch eine Fehlfunktion des Immunsystems zu entstehen.