Wasserbett

Das Schlafen auf Wasser entstand ursprünglich weniger aus dem Gedanken der ergonomischen, rückenfreundlichen Körperlagerung heraus – sondern weil man mit Warmwasser gefüllte Schlafunterlagen als nächtliche Heizung nutzte. Noch heute ist die Wärmefunktion der wichtigste Unterschied zu anderen Matratzen und Schlafsystemen.

Kann ein Wasserbett den Körper ergonomisch-orthopädisch gesund lagern?

Dazu muss man die physikalischen Eigenschaften von Wasser betrachten:

  • Erstens: Wie alle Flüssigkeiten lässt sich Wasser nicht zusammendrücken bzw. komprimieren, anders als Gase und Luft. Dadurch hat Wasser keinen Federeffekt – wer im Schwimmbad schon einmal einen Bauchklatscher gemacht hat, kann dies vermutlich leidvoll bestätigen.
  • Zweitens: Wasser funktioniert wie alle Flüssigkeiten grundsätzlich nach dem Verdrängungsprinzip (auch „Archimedisches Prinzip“ genannt), das nur für nicht zusammendrückbare inkompressible Medien gilt – also bei Wasser, nicht aber bei Luft. Das bedeutet für das Liegen auf einem Wasserbett: Sobald sich ein Körper auf das Wasserbett legt wird das Wasser im Wasserkern entsprechend des Körpergewichtes verdrängt. Dann sinkt der Körper ins Wasserbett ein, weil die Dichte des menschlichen Körpers größer ist als die des Wassers – anders als bspw. bei einem Schiff, das durch den physikalischen Auftrieb des Wassers quasi schwerelos an der Oberfläche schwimmt. Ein Mensch geht also im Wasser ohne Schwimmbewegungen unter, denn Wasser kann einen Menschen nicht tragen bzw. stützen.

Zusammengefasst: Das Wasserbett passt sich zunächst zwar gut an den eingesunkenen Körper an, aber für die notwendige von Kopf bis Fuß korrekt ausbalancierte Stützung des Körper sind die physikalischen Eigenschaften von Wasser nachteilig.

Fazit: Besonders bei Rückenproblemen ist es wichtig, dass der Körper in Ideallage gestützt wird, nicht zu tief einsinkt und die Wirbelsäule nicht durchhängt. Ein Wasserbett funktioniert nur dann ergonomisch-orthopädisch gesund, wenn die Füllmenge permanent absolut exakt auf das Körpergewicht eingestellt wird, damit sich das Wasserbett nicht nur an den Körper anpasst sondern auch in Ideallage stützt, so wie bspw. bei einem Luft-Schlafsystem der Fall.

Drittens: Wasser drückt beim Liegen von unten gegen den Körper

Dem Wasserbett wird oft eine drucklose, druckfreie oder gar schwerelose Körperlagerung zugeschrieben. Dies ist allerdings falsch. Denn Wasser hat eine physikalische Masse (1 Liter Wasser = ca. 1 Kilogramm Masse), und diese Wassermasse übt sehr wohl Gegendruck von unten auf den von oben drückenden aufliegenden menschlichen Körper aus.
Das einzige Matratzen“material“, das quasi keine Masse hat und den Körper wirklich drucklos lagert, ist übrigens Luft.

Sonstige Vor- und Nachteile von Wasserbetten

  • Wärme kann einerseits Rückenschmerzen lindern; allerdings verhindert künstliche Wärme potentiell die gesunde körpereigene Temperaturregulierung.
  • Schlafklima: Wasserbetten haben geschlossene Oberflächen, und Luft kann nicht zirkulieren. Wasserbetten sind sind nicht atmungsaktiv! Milben, Keime und Schimmel durch Schweiß können gesundheitsgefährdend sein.
  • Chemische Mittel für die Reinigung des Wassers und der Kunststoffoberfläche des Wasserbettes sind potentiell nachteilig für die Gesundheit.
  • Elektrosmog: Wasserbetten benötigen elektrische Pumpen und verursachen ggf. Elektrosmog.
  • Kosten: Die teils aufwendige Wartung ist mit Kosten für Strom, Pflegemittel, Wasseraufbereitung etc. verbunden.