Gleitwirbel / Wirbelgleiten

Gleitwirbel / Wirbelgleiten – was ist das?

Als Gleitwirbel oder Wirbelgleiten bezeichnet man einen unnatürlich beweglichen Rückenwirbel, der im Laufe der Zeit aus seiner „gesunden“ Normalposition innerhalb der Wirbelsäule nach unten Richtung Bauch herausgleitet. Meist ist ein Wirbel im unteren Bereich der Wirbelsäule betroffen (L5). Durch einen Gleitwirbel ist die Wirbelsäule, die aus 24 Wirbeln sowie Bandscheiben und Bändern besteht, mehr oder weniger instabil.

Bei einem Gleitwirbel werden verschiedene Schweregrade 1 bis 4 unterschieden, die vom Grad der Wirbelverschiebung abhängen.

  • 1. Grades: Der obere Wirbelkörper bedeckt mindestens drei Viertel der Deckplatte des unteren Wirbelkörpers.
  • 2. Grades: Der obere Wirbelkörper bedeckt mindestens die Hälfte aber weniger als drei Viertel der Deckplatte des unteren Wirbelkörpers.
  • 3. Grades: Der obere Wirbelkörper bedeckt mindestens ein Viertel aber weniger als die Hälfte der Deckplatte des unteren Wirbelkörpers.
  • 4. Grades: der obere Wirbelkörper bedeckt weniger als ein Viertel der Deckplatte des unteren Wirbelkörpers

 

Die medizinische Bezeichnung des Wirbelgleitens lautet Spondylolisthesis (abgleitet von: Spondylos = Wirbel und Olisthesis = Gleiten).

 

Symptome eines Gleitwirbels

Das Verrutschen des Wirbels an sich verursacht noch keine Schmerzen. Erst durch die Instabilität der Wirbelsäule

  • verkrampft die Muskulatur
  • werden Nerven komprimiert
  • reiben Wirbel aufeinander
  • werden Bandscheiben gequetscht

 

Mögliche Folgesymptome sind:

  • Rückenschmerzen und/oder Beinschmerzen, die dauerhaft oder nur bei bestimmten Bewegungen auftreten
  • Kribbeln, Taubheitsgefühle, Lähmungserscheinungen, Duckschmerzen

Ursachen für Gleitwirbel

Eine Instabilität der Wirbelsäule, die das Wirbelgleiten ermöglicht, kann unterschiedliche Ursachen haben:

  • Angeborene Verformungen des Wirbels, zum Beispiel ein knöcherner Defekt oder ein verlängerter Wirbelbogen
  • Im Laufe des Lebens entstandene Ursachen: Verschleißerscheinungen (z.B: Arthrose, Knochenabbau, Brüche/Frakturen); falsche Belastung / Überstreckung der Wirbelsäule oft ausgelöst durch belastungsintensive Sportarten mit Hohlkreuzstellungen (Geräteturnen, Bogengänge, Flic Flac…; Speerwerfen; Delfinschwimmen) vor allem im jungen Alter

 

Therapie und Behandlung von Gleitwirbel

Jegliche Behandlung von Wirbelsäulenbeschwerden sollte unbedingt von Fachärzten begleitet werden. Eine Gleitwirbel-Therapie hängt ab vor allem vom Schweregrad des Wirbelgleitens ab, wobei zwischen konservativer Behandlung und Operation entschieden wird.

Konservative Maßnahmen:

  • Physiotherapie
  • Korsett zur Stabilisierung und Ruhigstellung der Wirbelsäule
  • Kräftigungsaktivitäten / Trainingsprogramme (zum Beispiel Klettern, Planks) zwecks Aufbau von Muskulatur zur Stabilisierung der Wirbelsäule
  • Vermeidung von Überstreckungsbewegungen bei rückenbelastenden Aktivitäten / Hohlkreuz

 

Die gängigste operative Maßnahme ist eine Versteifungsoperation (Spondylodese) mit Schrauben und Platten, damit der Wirbel nicht weiter weggleiten kann.

 

 Tipps bei Wirbelgleiten

  • Betreiben Sie rückenschonendes Muskeltraining, auch wenn keine Schmerzen oder sonstigen Symptome auftreten
  • Gewöhnen Sie sich einen rückengerechten Tagesablauf an, damit die Wirbelsäule so wenig wie möglich fehlbelastet wird und so viel wie möglich Regeneration erhält. Schlafen Sie auf einem orthopädischen Schlafsystem, nutzen Sie ergonomische Sitzmöbel und Schuhwerk.