Skoliose

Was ist Skoliose?

Als Skoliose bezeichnet man eine krankhafte Verkrümmung und Verdrehung der Wirbelsäule. Diese Art der Wirbelsäulenerkrankung tritt meist im Wachstumsalter bei Kindern und Jugendlichen auf und kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Eine Skoliose kann nicht durch eine veränderte Haltung oder durch Sport und Krankengymnastik wieder begradigt werden; es ist eine chronische Rückenerkrankung, die bis zum Ende des Wachstums voranschreiten kann.

Bei kaum einem Menschen ist die Wirbelsäule wirklich schnurgerade – eine leichte Skoliose ist darum oft auch gar nicht erkennbar. Erst wenn die Wirbelsäule sich stärker verformt, kann der Arzt eine beginnende Skoliose erkennen und entsprechend behandeln.

Symptome einer Skoliose

Eine fortgeschrittene Skoliose mit starker Verkrümmung ist auch für Laien sichtbar: Eine Schulter steht oft höher als die andere, ein Schulterblatt ist gegenüber dem anderen buckelartig nach außen gewölbt und der Betroffene hat einen mehr oder weniger ausgeprägten seitlichen Rippenbuckel oder Lendenwulst. Oft kommt dazu noch ein deutlicher Beckenschiefstand mit Verdacht auf zwei unterschiedliche Beinlängen.

Körperliche Einschränkungen und Beschwerden. Bleibt eine Skoliose über Jahre hinweg unbehandelt, kommt es sehr wahrscheinlich zu vorzeitigen Abnutzungserscheinungen an den Wirbelkörper und den Bandscheiben. Damit steigen leider auch das Risiko eines Bandscheibenvorfalls und die Chance, dass sich die Wirbelsäule weiterhin versteift. Durch den Beckenschiefstand bei Skoliose werden die Gelenke im Bereich der Hüfte und der Knie überdurchschnittlich beansprucht, was zu chronischen Schmerzen durch Gelenkverschleiß führt.

Eine Skoliose im Bereich der Brustwirbelsäule kann Kurzatmigkeit und Herz-Kreislauf-Probleme verursachen, da die verformte Wirbelsäule auf Lunge und weitere Organe drückt. Durch die unnatürliche Haltung haben Betroffene oft chronische Schmerzen und muskuläre Verspannungen, die sie im Beruf und Alltag körperlich einschränken.

Ursachen von Skoliose

In 80 bis 90 Prozent der Fälle bleibt unklar, wieso sich die Wirbelsäule verformt. Selten kann die Skoliose genetisch bedingt und damit angeboren sein. Auch Unfälle, Muskel- oder Nervenerkrankungen können eine Skoliose begünstigen. Auffällig ist, das Mädchen sehr viel häufiger von ihr betroffen sind, als Jungen.

Diagnose einer Skoliose

Orthopäden und andere Spezialisten für den Rücken können eine Skoliose bei einer normalen Untersuchung durch einen Vorneigetest erkennen. Dafür beugt sich der Patient nach vorne, so dass der Rücken mit dem Verlauf der Wirbelsäule von oben aus betrachtet werden kann. Bei Verdacht auf Skoliose wird ein Röntgenbild angefertigt, auf welchem, falls der Verdacht sich bestätigt, auch die Gradzahlen der Verkrümmung gemessen werden können.

Therapie von Skoliose

Hier lässt sich keine pauschale Empfehlung aussprechen, die Behandlung hängt von der Schwere der Skoliose und dem Leidensdruck ab. Eine leichte Verkrümmung, die sich voraussichtlich nicht weiter verschlimmert und die keine Beschwerden versucht, muss nicht zwangsläufig behandelt werden. Besteht allerdings der Verdacht, dass die Krümmung mit steigendem Alter noch zunehmen könnte – was leider bei Kindern und Jugendlichen im Wachstum oft der Fall ist, sollte mit krankengymnastischen Übungen und/oder einem individuell angepassten Korsett gezielt gegengesteuert werden. Es empfiehlt sich auch eine Kur in einer auf Skolioseerkrankungen spezialisierten Rehaklinik, diese wird in der Regel von der Krankenkasse gezahlt.

Bei einer Krümmung von über 40 bis 50° und Beschwerden, wird eine Operation empfohlen, bei der die Wirbelsäule aufgerichtet und mit Hilfe von Implantaten versteift wird. Ein solcher Eingriff lässt sich nicht rückgängig machen und die Implantate verbleiben in der Regel ein Leben lang im Rücken – daher sollte die Operation immer das letzte Mittel der Wahl sein, wenn konservative Behandlungsmöglichkeiten wie Physiotherapie und korrigierende Korsettversorgung nicht mehr reichen.

Selbsthilfe und Vorbeugen

Neben Rehakuren, Krankengymnastik und Einlagen, die der Arzt verschreibt, können Betroffene selbst viel für die eigene Rückengesundheit tun. Sehr wichtig sind Sport und der gezielte Muskelaufbau im Rücken und Schulter-Nackenbereich, um die Wirbelsäule zu entlasten und zu unterstützen. Zur Stärkung der Rückenmuskulatur empfehlen sich sanfte Sportarten wie Yoga und Gymnastik. Schwimmen ist DER ideale Sport bei Skoliose und für Menschen mit Rückenschmerzen.

Tipps für den Umgang mit Skoliose im Alltag

Operiert oder nicht, ein Mensch mit Skoliose muss sein ganzes Leben lang achtsam mit seinem Körper umgehen und die Erkrankung in vielen Bereichen des Alltags berücksichtigen. Dabei hilft die Rückenschule (Link auf wikipedia), durch die Betroffene rückenfreundliche Bewegungsabläufe lernen. Dazu gehören richtiges Bücken, Gegenstände rückengerecht aufzuheben und rückenfreundliches, dynamisches Sitzen, bei der die Wirbelsäule frei und beweglich ist und nicht gestaucht wird. Wurde durch die Skoliose eine einseitige Beinverkürzung festgestellt, ist passendes Schuhwerk, mit Einlagen für den Höhenausgleich sinnvoll. Auch Taschen oder Rucksäcke sollten nicht zu schwer und keinesfalls einseitig auf nur einer Schulter getragen werden. Vor allem Schulkinder mit zu schweren Schulranzen müssen entlastet werden. Eine Alternative kann ein Trolley zum Ziehen sowie ein zweiter Satz Bücher zum Verbleib in der Schule sein.

Es ist also einerseits wichtig, dass man sich tagsüber aktiv so rückenschonend wie möglich verhält – ebenso entscheidend ist, das sich Körper und Wirbelsäule während der passiven Nachtruhe optimal von den Strapazen des Tages erholen und regenerieren können. Dafür gibt es speziell bei Skoliose geeignete Schlafsysteme, die idealerweise auf Luft basieren.